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Sorgen von Krebskranken beachten

Depressionen bei Darmkrebs

Bonn, 12.08.19 Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten Jahren erkrankten jedes Jahr über 34.000 Männer und über 28.000 Frauen in Deutschland an Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs neben Brust-, Prostata- und Lungenkrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen. Auch wenn die Therapien immer besser werden und die Heilungschancen steigen, ist die Diagnose Krebs für Patienten und Angehörige ein Schock. Die Entwicklung depressiver Symptome ist in diesem Zusammenhang nicht selten. Eine kostenlose Broschüre vom Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz – Info Gesundheit e.V. (BGV) gibt einen Überblick über Behandlungsmöglichkeiten des Darmtumors sowie begleitender depressiver Erkrankungen.

Psychische Belastung durch Krebsdiagnose

Mit modernen Therapien können heute viele Patienten geheilt werden. Dennoch: Auf den ersten Schock der Diagnose folgen Ungewissheit und Hilflosigkeit. Wie der Einzelne mit dieser Ausnahmesituation umgeht, lässt sich kaum vorhersehen. Deshalb ist es von großem Wert, wenn sich die Betroffenen medizinisch und psychologisch gut betreut wissen.

Depressionen bei Krebs

Die allermeisten Krebspatienten werden nicht seelisch krank. Unbestritten steigt jedoch das Risiko, durch die Krebserkrankung eine Depression zu entwickeln. Da es kein einheitliches Krankheitsbild gibt, bleibt eine Depression oftmals längere Zeit unbemerkt. Hinweise wie Niedergeschlagenheit, Antriebsschwäche oder Zukunftsängste werden insbesondere bei Krebspatienten häufig der momentanen Krisensituation zugeschrieben. Eine Depression ist jedoch eine eigenständige und ernsthafte Erkrankung des zentralen Nervensystems, die behandelt werden muss.

Psychoonkologen bieten Unterstützung

Krebspatienten und ihre Angehörigen können eine psychoonkologische Betreuung in Anspruch nehmen. Sie hat das Ziel, die Betroffenen bei der Bewältigung der Krebserkrankung zu unterstützen und bei Bedarf psychotherapeutische Hilfe anzubieten. Erste Ansprechpartner sind in der Regel die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal im Krankenhaus bzw. im Krebszentrum. Auch Krebsberatungsstellen und spezialisierte psychotherapeutische Praxen bieten eine psychoonkologische Betreuung an. Ob eine psychische Belastung mit vorübergehenden Phasen von Niedergeschlagenheit oder eine Depression vorliegt, ist für den medizinischen Laien häufig nicht zu unterscheiden. Angehörige, die Anzeichen einer Depression wahrnehmen, sollten den Betroffenen ermutigen, einen Arzt anzusprechen.

Kostenloser Ratgeber

Bestelladresse der Broschüre „Darmkrebs und Depression“: BGV, Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn. www.bgv-depression.de
Unter www.krebshilfe.de und www.krebsinformationsdienst.de findet man Adressen von Krebsberatungsstellen und psycho-therapeutischen Praxen.